Eibe (Taxus baccata)
Standort
Die Eibe kann ganzjährig in der vollen Sonne stehen. Da sie aber recht empfindlich auf Trockenheit reagiert, muss sie im Hochsommer gleichmäßig und regelmäßig gegossen werden. Lediglich direkt nach dem Umtopfen und nach größeren Schnittmaßnahmen stelle ich sie für ein paar Tage in den Halbschatten.
Schneiden
Die Eibe ist sehr schnittverträglich und treiben auch nach groben Schnittmaßnahmen auch aus dem alten Holz willig wieder aus. Der beste Zeitpunkt für größere Gestaltungsschritte ist dabei das späte Frühjahr, weil die dabei entstehenden Verletzungen über den Sommer gut verheilen können.
Je nach Zuwachs zupfe ich den Neuaustrieb auch mehrmals im Jahr, aber maximal bis Ende August. Der letzte Austrieb des Jahres darf in Ruhe ausreifen und wird erst in der nächsten Wachstumsphase eingekürzt.
Drahten
Grundsätzlich kann man einen Eiben-Bonsai ganzjährig drahten und er lässt sich auch gut relativ stark biegen, so dass auch ziemlich drastische Gestaltungsideen realisierbar sind. Da die Eibe sehr langsam wächst, kann der Draht vergleichsweise lange am Bäumchen verbleiben und es nimmt so normalerweise recht problemlos mit einmal Drahten die neue Form an. Im Frühling, am besten nach dem ersten Auslichten ist dabei der ideale Zeitpunkt, um diese Arbeit zu erledigen, da Verletzungen an der Rinde nun schon gut heilen und der Draht bis zum Herbst am Bonsai bleiben kann. Bis dahin behält das Bäumchen seine neue Form selbstständig und kann noch vor dem Winter wieder entdrahtet werden.
Umtopfen
Alle drei bis vier Jahre topfe ich im Frühjahr meine Eibe mit einem moderaten Wurzelschnitt um. Dabei ersetze ich das verbrauchte Substrat durch eine neue Mischung aus mittelgrobem Bimskies und Blumenerde (Verhältnis Kies zu Erde 1:2). Als Anschubdüngung mische ich eine Handvoll Hornspäne in das Substrat. Ich lege beim Ausgraben mit einer Bürste immer ein paar Milimeter der Wurzeln am Stammansatz frei und setze dann das Bäumchen jedes Mal etwas höher in die Schale. Dadurch entsteht langsam ein schöner Wurzelstock.
Gießen
Das Gießen ist bei diesem Bäumchen unkompliziert. Einfach mit dem Finger die Feuchtigkeit des Substrates testen und wenn die oberste Erdschicht sich trocken oder nur noch ganz leicht feucht anfühlt, ordentlich wässern, bis überschüssiges Gießwasser aus den Drainagelöchern der Schale in den Untersetzer läuft. Dann warten, bis das Substrat wieder angetrocknet ist. Und wieder von vorne...! Da die Eibe Trockenheit nicht gut verträgt, ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Substrates wichtig für ein gesundes Bäumchen.
Düngen
In der Vegetationsperiode mit Flüssigdüngern (Dosierung nach den Angaben auf der Flasche)
Meine Eibe bekommt als Starthilfe im Frühjahr nach dem Auswintern, wenn er beginnt auszutreiben, eine Gabe eines eisenhaltigen Koniferendüngers. Ab dann wird alle zwei Wochen mit flüssigem Bonsaidünger gedüngt. Ab und zu ersetze ich eine Gabe des Bonsaidüngers durch einen Koniferendünger. Ob das was bringt, kann ich zwar nicht sagen, geschadet hat es bis jetzt nicht und ich denke, dass jeder Dünger ein bisschen anders zusammengesetzt ist und auf die Weise das Bäumchen ein breiteres Spektrum an Nährstoffen geboten kriegt. Ich mag ja auch nicht immer das gleiche essen, auch wenn es mein Lieblingsgericht wäre.
Herbstdüngung mit mineralischem Kalium-Magnesium-Dünger (1Teelöffel pro 10 x10 cm Substratfläche)
Als letzte Düngung im Herbst gebe ich meiner Eibe eine Gabe eines mineralischen Kalium-Magnesium-Düngers, der das Aushärten der diesjährigen Triebe unterstützt und bei der Elnlagerung von Reserven hilft.
Beim Umtopfen
Wird der Bonsai in neues Substrat gesetzt, Mischung ich als Langzeitversorgung eine gute Handvoll Hornspäne oder einen organischen Startdünger (z.B. Biogold Pellets) ins Substrat. Danach dünge ich 6-8 Wochen nicht zusätzlich.
Im Winter dünge ich meine Eibe nicht.
Überwintern
Da ein Bonsai im Gegensatz zu den Pflanzen in der freien Natur nicht mehr über Wurzeln verfügt, die in tiefere und damit frostfreie Erdschichten reichen, werden die oberirdischen Pflanzenteile bei längerem Frost nicht mehr mit Wasser versorgt. Es besteht die Gefahr, dass sie vertrocknen und absterben. Es gilt also den Wurzelballen vor Dauerfrost zu schützen. Ich habe dazu in eine Plastikwanne aus dickem Kunstoff (Mörtelwanne) einige Drainagelöcher gebohrt und befülle sie mit Rindenmulch aus dem Gartenmarkt. Darin vergrabe ich das Bäumchen einfach mitsamt der Schale so, dass die Substratoberfläche von einer mindestens drei Zentimeter dicken Mulchschicht bedeckt ist. Der lockere Mulch enthält viel Luft, die sehr gut isoliert und außerdem Feuchtigkeit speichert.
Wichtig ist bei dieser Überwinterung, dass die Wanne nicht auf der blanken Erde steht, weil sie sich durch ihr Eigengewicht dann in den Boden absenkt und sich die Drainagelöcher mit Erde verstopfen. Bei Regen entsteht dann in der Wanne gefährliche Staunässe. Ich stelle darum meine Wannen immer auf Steinplatten oder Ziegelsteine.
Wenn für mehrere Tage Frost von unter -15 Grad Celsius angesagt ist, schütze ich das Bäumchen zusätzlich mit einem Vlies.
Die kleine Eibe habe ich im Unterholz meines Gartens im Frühling 2008 in Dainbach als zweijährigen Sämling ausgebuddelt. Ich habe an diesem armen Ding über die Jahre die verschiedensten Formen ausprobiert, aber irgendwie hat keine so richtig funktioniert. Weder windgepeitscht, noch als Kaskade oder Halbkaskade hat sie mir richtig gefallen. Seit 2026 versuche ich mein Glück mit einer frei aufrechten Form und das könnte ganz gut klappen...!