Blaufichte (Picea pugens glauca)
Standort
Die Blaufichte kann prinzipiell ganzjährig in der vollen Sonne stehen. Da sie aber auf Trockenphasen empfindlich reagiert, sollte sie im Hochsommer in den Halbschatten gestellt werden. Wenn man sie in der vollen Sonne lässt, muss man für gleichmäßige Feuchtigkeit des Substrates sorgen. Nach dem Umtopfen und nach größeren Schnittmaßnahmen stelle ich sie für ein paar Tage in den Halbschatten. Ein erhöhter Standort ist günstig, da dann auch die unteren Äste mehr Licht von allen Seiten abbekommen.
Schneiden
Das Schneiden der Blaufichte ist etwas speziell, da sie aus dem alten Holz nur sehr schwer wieder austreibt, meist sogar gar nicht. Darum empfiehlt es sich beim Einkürzen von Ästen nur den letztjährigen Austrieb zu beschneiden, wobei man darauf achten muss, dass immer einige Nadeln oder besser noch sichtbare Knospen stehen bleiben. Dieser Schnitt sollte am besten im zeitigen Frühjahr erfolgen.
Da die Blaufichte quirlförmig austreibt, d.h. es wachsen oft viele Triebe auf der gleichen Höhe, empfiehlt es sich jedes Jahr den Zuwachs konsequent auszulichten, um eine luftige und lichtdurchlässige Struktur zu bekommen.
Wobei tatsächlich geschnitten werden bei der Blaufichte nur die Äste und Zweige, der Neuaustrieb dagegen wird durch Abzupfen mit den Fingern eingekürzt. Ich lasse die neuen Triebe zunächst ein paar Zentimeter wachsen und nehme sie dann auf 1-2 cm zurück, solange sie noch weich sind. Dazu wende ich folgende Technik an:
1. Die Triebe an ihrer Basis mit dem Zeigefinger und dem Daumen der einen Hand fixieren.
2. Die überstehenden Triebspitzen einzeln nacheinander mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand erst um 90 Grad drehen und dann abzupfen.
Dadurch kürze ich sie auf etwa die gleiche Länge.
3. Feintuning durch Nachzupfen. So entstehen nach und nach dichte Nadelpolster.
Überlange Triebe können auch ganz entfernt werden.
Drahten
Grundsätzlich kann man die Blaufichte gut drahten und sie lässt sich auch relativ stark biegen, so dass auch ziemlich drastische Gestaltungsideen realisierbar sind. Es braucht wegen der hohen Elastizität der Äste aber oft sehr lange (manchmal über ein Jahr) bis sie die Form halten. Das kann mehrmaliges Lösen des Drahtes und ein Nachdrahten erfordern, um ein Einwachsen zu verhindern. Der beste Zeitpunkt deine Blaufichte zu drahten ist der zeitige Frühling oder der Spätherbst. Im Hochsommer solltest du die Blaufichte keinesfalls drahten, weil die gedrahteten Äste dann zum Absterben neigen.
Umtopfen
Alle drei bis vier Jahre topfe ich im Frühjahr meine Blaufichte mit einem moderaten Wurzelschnitt um. Dabei ersetze ich das verbrauchte Substrat durch eine neue Mischung aus mittelgrobem Bimskies und Blumenerde (Verhältnis Kies zu Erde 1:2). Wichtig ist hier, dass man dem neuen Substrat etwas von dem Pilzmycel aus dem alten Ballen untermischt. Das beschleunigt die Ausbildung des Pilzgeflecht, das dein Bäumchen für ein gesundes Wachstum braucht. Als Anschubdüngung mische ich eine Handvoll Hornspäne in das Substrat. Ich lege beim Ausgraben mit einer Bürste immer ein paar Milimeter der Wurzeln am Stammansatz frei und setze dann das Bäumchen jedes Mal etwas höher in die Schale. Dadurch entsteht langsam ein schöner Wurzelstock.
Gießen
Das regelmäßige Gießen ist bei diesem Bäumchen besonders wichtig, weil die Fichte relativ empfindlich auf Trockenheit reagiert. Das Substrat sollte daher möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden, aber keinesfalls zu nass.
Ich habe meine Blaufichte in einen relativ tiefen Topf gepflanzt, um beim Gießen ein wenig Puffer zu haben. Das hat sich recht gut bewährt.
Wann du gießen musst, kannst du sehr leicht feststellen:
Einfach mit dem Finger die Feuchtigkeit des Substrates testen und wenn die oberste Erdschicht sich trocken oder nur noch ganz leicht feucht anfühlt, ordentlich wässern, bis überschüssiges Gießwasser aus den Drainagelöchern der Schale in den Untersetzer läuft. Dann warten, bis das Substrat wieder angetrocknet ist. Und wieder von vorne...!
Im Winter braucht sie etwas weniger Wasser, aber auch hier sollte das Substrat nicht vollständig austrocknen.
Überwintern
Da ein Bonsai im Gegensatz zu den Pflanzen in der freien Natur nicht mehr über Wurzeln verfügt, die in tiefere und damit frostfreie Erdschichten reichen, werden die oberirdischen Pflanzenteile bei längerem Frost nicht mehr mit Wasser versorgt. Es besteht die Gefahr, dass sie vertrocknen und absterben. Es gilt also den Wurzelballen vor Dauerfrost zu schützen. Ich habe dazu in eine Plastikwanne aus dickem Kunstoff (Mörtelwanne) einige Drainagelöcher gebohrt und befülle sie mit Rindenmulch aus dem Gartenmarkt. Darin vergrabe ich das Bäumchen einfach mitsamt der Schale so, dass die Substratoberfläche von einer mindestens drei Zentimeter dicken Mulchschicht bedeckt ist. Der lockere Mulch enthält viel Luft, die sehr gut isoliert und außerdem Feuchtigkeit speichert.
Wichtig ist bei dieser Überwinterung, dass die Wanne nicht auf der blanken Erde steht, weil sie sich durch ihr Eigengewicht dann in den Boden absenkt und sich die Drainagelöcher mit Erde verstopfen. Bei Regen entsteht dann in der Wanne gefährliche Staunässe. Ich stelle darum meine Wannen immer auf Steinplatten oder Ziegelsteine.
Wenn für mehrere Tage Frost von unter -15 Grad Celsius angesagt ist, schütze ich das Bäumchen zusätzlich mit einem Vlies.
Düngen
In der Vegetationsperiode mit Flüssigdüngern (Dosierung nach den Angaben auf der Flasche)
Meine Blaufichte bekommt als Starthilfe im Frühjahr nach dem Auswintern, wenn sie beginnt auszutreiben, eine Gabe eines eisenhaltigen Koniferendüngers. Ab dann wird alle zwei Wochen mit flüssigem Bonsaidünger gedüngt. Ab und zu ersetze ich eine Gabe des Bonsaidüngers durch einen Koniferendünger. Ob das was bringt, kann ich zwar nicht sagen, geschadet hat es bis jetzt nicht und ich denke, dass jeder Dünger ein bisschen anders zusammengesetzt ist und auf die Weise das Bäumchen ein breiteres Spektrum an Nährstoffen geboten kriegt. Ich mag ja auch nicht immer das gleiche essen, auch wenn es mein Lieblingsgericht wäre.
Herbstdüngung mit mineralischem Kalium-Magnesium-Dünger (1Teelöffel pro 10 x10 cm Substratfläche)
Als letzte Düngung im Herbst gebe ich meinem Bäumchen eine Gabe eines mineralischen Kalium-Magnesium-Düngers, der das Aushärten der diesjährigen Triebe unterstützt und bei der Elnlagerung von Reserven hilft.
Beim Umtopfen
Wird der Bonsai in neues Substrat gesetzt, Mischung ich als Langzeitversorgung eine gute Handvoll Hornspäne ins Substrat. Danach dünge ich 3-4 Wochen nicht zusätzlich.
Im Winter dünge ich meinen Blaufichte bis zum Ende des Austriebs nicht.
Der Rohling zu meiner Waldkiefer war ein Baumschulpflänzchen, das ich als Geschenk zu meinem 40. Geburtstag 2007 bekommen habe. Den schweren Topf, in dem das Bäumchen wächst, habe ich nach einer Anleitung aus dem Internet selbst aus Zementmörtel gemacht.